Auch wenn ich mittlerweile nicht mehr aktiv in der Pflege tätig bin, blicke ich auf über 25 Jahre Erfahrung als Leitung und Praxisanleiterin zurück.
In dieser Zeit habe ich immer wieder erlebt, wie belastend der Pflegeberuf für Auszubildende sein kann – sowohl fachlich als auch emotional.
Die Konfrontation mit Leid, Krankheit und Tod kann tiefgehende psychische Auswirkungen haben, besonders in der Ausbildung, wenn noch wenig Erfahrung vorhanden ist.
Für PflegepädagogInnen und Ausbildungsinstitute ist es entscheidend, einen traumasensiblen Ansatz zu integrieren. Es gilt, ein Umfeld zu schaffen, in dem Auszubildende ihre emotionalen Grenzen erkennen und respektieren lernen. Dazu gehört die Förderung von Selbstfürsorge, regelmäßige Reflexion und die Möglichkeit, bei Bedarf Unterstützung zu suchen und zu erhalten.
Nur durch traumasensibles Arbeiten können Auszubildende langfristig gesund, empathisch und kompetent in diesem anspruchsvollen Beruf arbeiten.
Sich selbst traumasensibel begleiten – Achtsamkeit & Selbstfürsorge für Pflegeauszubildende
Pflege bedeutet mitfühlen, helfen, präsent sein – und dabei oft über eigene Grenzen zu gehen. In diesem Workshop lernen Auszubildende, wie sie sich selbst in herausfordernden Momenten achtsam begleiten und schützen können.
Ein zentrales Konzept ist dabei das Stresstoleranzfenster – also der Bereich, in dem wir handlungsfähig, klar und innerlich verbunden bleiben. Pflegealltag, Schichtdienst oder emotionale Situationen können dieses Fenster verengen oder ganz verlassen lassen – in Richtung Übererregung (z. B. innerer Druck, Unruhe) oder Untererregung (z. B. Erschöpfung, Leere, Rückzug).
Der Workshop schafft einen geschützten Raum für Wahrnehmung, Selbstfürsorge und Entwicklung – ohne Bewertung, mit Respekt für individuelle Erfahrungen.